Servus zusammen!
Das bei einem Blitzeinschlag einiges an Energie freigesetzt wird, ist ja bekannt. Doch gestern gab es hier über Neuenhaus eines der stärksten bisher von mir erlebten Gewitter.
Daher standen ein Kumpel (angehender Fotograf) und ich mit dem Auto auf einem Berg, das Gewitter weit entfernt, allerdings näher kommend.
Wir suchten einige Zeit später das Weite, denn die Blitzrate stieg doch sehr rapide an, zunehmend konnten wir Einschläge unter einem Kilometer beobachten. Da wurde mir dann doch langsam mulmig. Immerhingibt es eine gute Fotoausbeute. Ich werde die hier noch posten.
Zu Hause setze ich mich dann noch kurz an den PC (ca. 2 Uhr) und beobachtete die Zellen auf dem Radar. Wenig später, eine Viertelstunde nachdem wir unsere Position auf dem Berg verlassen hatten, krachte es unglaublich laut. Absolut zeitgleich mit einem ultrahellen Blitz, garniert mit sofortigem Stromausfall. Ich hatte mich trotz geschlossenem Fenster so dermaßen erschrocken, dass ich erstmal orientierungslos war: nie gedacht, dass mir das mal passieren könnte. Irgendwann realisierte ich dann, das DAS wohl ein sehr naher Einschlag gewesen sein muss und hob erst einmal meine vom Schreibtisch geschmissene Maus wieder auf.
An Schlaf war vorerst nicht zu denken, draußen hämmerte es unaufhörlich weiter.
Am nächsten Morgen war DER Kracher natürlich Gesprächsthema. So wurde dann auch schnell der genaue Einschlagsort bekannt: bei den Nachbarn 45m entfernt! Da hatte es doch tatsächlich in eine neben dem Haus stehende hohe Tanne gezwitschert. Doch damit nicht genug: der Blitz wanderte den Baum entlang (man sieht die Spuren an der Rinde), sprang vom Baum auf das Nachbarhaus über, schlug hier in einen Balken ein. Den hat es förmlich zerissen.
Weiter ging es durch die Wand (!), ab in eine Stereoanlage und aus einem Fenster (angeknabbertes Glas!) wieder ins Freie. Resultat? Balken gesprengt, Musikanlage explodiert.
Zuerst ging ich von einem Scherz aus, als mir das so erzählt wurde. Natürlich war die Feuerwehr noch da, man kann sich ja nicht sicher sein, dass da irgendwo noch was glüht.
Gut, dass in diesem Zimmer zu dem Zeitpunkt niemand geschlafen hat. Zu Tode gekommen wäre wohl niemand, aber Schreck und vielleicht auch leichtere Verletzungen hätte es bestimmt gegeben.
Meine Cousine erzählte mir am nächsten Morgen, sie habe in ihrem Gästebett liegend in unserem Haus (ein Haus weiter) 25m entfernt, schon ein deutliches Kribbeln gespürt.