Wetter.com schreibt für Montag 5.12.11 starken Schneeregen.
Stimmt das?????
Wetter.com schreibt für Montag 5.12.11 starken Schneeregen.
Stimmt das?????
Hm.. Gute Frage. Ist zwar noch ne Woche hin aber schauen wir mal was Kai Zorn zu dem ganzen in den nächsten Tagen sagt:
Achtung viel Text
http://blog.wetter.com/?p=74153
ZitatAlles anzeigenWenn das liebste Hobby und die größte Leidenschaft gleichzeitig auch der Beruf ist, kann das bei Berichten über diverse Wetterlagen eine Gratwanderung sein. Wenn ich einzig und allein meiner Euphorie freien Lauf lassen würde, hätte ich wahrscheinlich schon am Freitagabend der vergangenen Woche einen neuen Bericht schreiben müssen. Eine gewisse Erfahrung und auch eine gewisse Gelassenheit sind dem Ganzen jedoch übergeordnet. Und darüber steht noch der Respekt vor der Öffentlichkeitsarbeit, so präzise und gewissenhaft wie möglich zu handeln, ohne dabei jedoch den Spaß an der Sache zu verlieren.
Und Gelassenheit ist angesichts der Aussichten gefragt – sehr, sehr viel Gelassenheit. Mit meinem Bericht über den Schnee in den Bergen von gestern habe ich mir ohnehin viel Zeit gelassen. Ich wollte auf der ganz sicheren Seite sein (die es beim Wetter gar nicht gibt
!) und die Bestätigung mehrerer Rechenläufe und Modelle abwarten, konkret:
Der kommende Freitag, der 2. Dezember, steht bei mir seit längerer Zeit im Focus. Hier treffen sich mehrere Meteorologen und wir wollten in die Berge. Die Modelle zeigten bis zum vergangenen Freitag für den kommenden Freitag eine föhnige Südlage mit freien Bergen, sehr milden Temperaturen und einer traumhaften Fernsicht. Zum Wandern ideal.
Mit den Abendläufen der Modelle vom vergangenen Freitag zeigten viele Modelle mehr oder weniger durch die Bank so genannte Stauniederschläge mit ergiebigen Schneefällen bis auf gut 800 Meter Höhe und darunter. Zum Wandern ideal
, zumal dann jemand dabei wäre, der Schnee liebt und in einer schneefeindlichen Gegend wohnt.
Am Samstag bestätigten die Modelle den Schnee, ebenso die Modelle vom Sonntag. Die föhnige Lösung war in den 15 Tage-Trends jedoch immer schwelend drin und schwebte wie ein Damoklesschwert über der Prognose für das zweite Adventswochenende. Und es kam, wie es kommen musste: Mit dem Abendlauf von gestern Abend war die Föhnvariante wie Phönix aus der Asche auf dem Wettertablett…
Und damit sind wir beim Thema: Die Wetterlage in der zweiten Wochenhälfte ist extrem unsicher, während die Wetterlage für die Zeit danach, also zwischen dem zweiten und dritten Advent, wieder „sicherer“ ist. Sicher ist sie natürlich nicht, weil sich noch viel tun kann, doch die Wahrscheinlichkeit des Eintritts der grob gerechneten Wetterlage für die Zeit in einer Woche und danach ist höher als die für die nächsten 3 bis 5 Tage!
Schuld daran ist ein Tief, das am Freitag über Westeuropa und dem westlichen Mitteleuropa nach Süden Richtung Mittelmeer zieht. Es löst eine südliche und föhnige Strömung in den Alpen aus. Dann aber, und jetzt kommt der Unterschied in den Berechnungen, zieht es unterschiedlich rasch nach Osten. Wenn es nach Osten gezogen ist, dreht der Wind in den Alpen um 180 Grad und aus dem föhnigen Sonnenschein wird im Nu Tristesse mit Regen und einer rasch sinkenden Schneefallgrenze. Manche Modell-Läufe lösen dieses Tief gar auf und es passiert gar nichts!
Und vielleicht denken Sie sich jetzt: Was interessiert mich das Wetter in den Alpen? Ich wohne in NRW, an der See oder in Berlin. Die Zugbahn dieses Tiefs betrifft eigentlich alle, in erster Linie jedoch die Westhälfte Deutschlands. Je mehr sich dieses Tief verzögert und über dem westlichen Mitteleuropa hängen bleibt, desto intensiver und anhaltender sind hier die Regenfälle!
Nun haben wir aber genug über dieses Tief gesprochen. Ein weiteres, wesentlich größeres und umfangreicheres Tief steht uns ab und nach dem zweiten Adventswochenende bevor. Und dieses wird wesentlich mehr Schmackes haben. Und die Auswirkungen dieses Tiefs werden wohl auch weitreichender sein. Das erwähnte ich gestern bereits. Möglicherweise werden zwischen dem zweiten und dritten Advent große Weichen gestellt.
Bis dahin aber setzt sich in dieser Woche das äußerst milde Spätherbstwetter fort. Die schwache Kaltfront von Tief YODA, die gestern und in der vergangenen Nacht über uns zog, hat die Temperaturen ein wenig gedämpft, dafür jedoch klare Luft und viel Sonnenschein hinterlassen – und ein neues Hoch, BELICE. Dieses Hoch weicht jedoch recht rasch und ist das letzte Hoch der beispiellosen Beton-Hoch-Serie dieses zu Ende gehenden Herbstes.
Tief ZAFER kommt vom Atlantik herangezogen und Hoch BELICE zieht sich Richtung Schwarzes Meer zurück. Dazwischen kommt eine südliche bis südwestliche Strömung in Gang, mit der in der Höhe abermals ungewöhnlich milde Luft zu uns geführt wird. So präsentiert sich der Dienstag vielerorts sonnig und zunehmend windig. Nur im Süden Deutschlands ist der Wind sehr schwach. Hier hält sich in vielen Flussniederungen und Beckenlagen zäher, teilweise auch beständiger Nebel. Abseits des Nebels scheint die Sonne. Dichtere Wolken schrammen uns an der Nordsee, vor allem in Schleswig-Holstein sowie im äußersten Südwesten.
Entsprechend staffeln sich die Höchstwerte auf um und knapp über null Grad bei beständigem Nebel und auf 4 bis 10 Grad sonst. Im Bergland und dort, wo der Wind die sehr milde Luft bis zum Boden durchmischen kann, geht es auf über 10 Grad, speziell an den Alpen. 13, 14 Grad sind hier und an einigen Mittelgebirgsrändern möglich.
Der Dienstag wird damit die unterm Strich sehr sonnige Novemberbilanz noch ein bisschen aufpolieren! Gerade die Mitte Deutschlands und der Alpenrand wurden von der Sonne in diesem Monat verwöhnt, ja fast schon verzogen
!
In der Nacht auf Mittwoch und am Mittwoch selbst überquert uns von West nach Ost eine erste, schlappe Front mit ein bisschen Regen. Dieses Mini-Regengebiet zieht erst über NRW, Rheinland-Pfalz und das Saarland und nimmt bis Mittwochabend Kurs auf das Erzgebirge, Franken und die Oberpfalz. Die Regensummen sind jedoch mit ein bis 3, vielleicht 4 Litern – höchstens! – gering.
Der Mittwoch ist damit längst nicht mehr so sonnig wie noch der Dienstag, dafür mit 5 bis knapp über 10 Grad weiter sehr mild.
Und damit verabschieden wir einen denkwürdigen November 2011. Außerdem endet hier der meteorologische Herbst, der um über ein Grad zu warm, deutlich zu trocken (nicht einmal zwei Drittel des Niederschlagssolls) und deutlich zu sonnig (mehr als 130 Prozent des Sonnenscheinsolls) gewesen sein wird. (Alle Werte beziehen sich auf das Mittel der Jahre 1961-90. Die Werte des Temperatur-Mittels von 1981-2011 weichen übrigens nur marginal ab.)
Am Donnerstag startet der Dezember, der meteorologische Winter. Nach dem Dezember 2010 liegen Erwartungshaltung und Befürchtung – je nach Sichtweise – ziemlich hoch. Das schon mal vorweg: Es gibt nichts Großes zu erwarten und nichts Schlimmes zu befürchten. Flachlandwinter ist keiner in Sicht, dafür eine recht abwechslungsreiche und für viele endliche nasse Witterungsperiode mit einer guten Schneeoption im Bergland.
Nach dem sehr trockenen November beginnt der Dezember im Nordwesten nass. Damit gehört der Regen statistisch weder in den November noch in den Herbst. Wie die Wetterküche das nur wieder eingefädelt hat
. In der Südosthälfte wechseln sich Sonne und Wolken ab. Mit Wind und 7 bis 14 Grad gibt der Dezember einen äußerst milden Einstand.
Und damit wären wir bei der Wackel-Prognose von Freitag und Samstag. Der Freitag bringt aller Voraussicht nach der Westhälfte zeitweise Regen, der Osthälfte Sonne und Wolken. In der Nacht auf Samstag und am Samstag verlagert sich der Regen rasch nach Südosten und klingt ab, geht dabei möglicherweise bis auf 600 bis 900 Meter Höhe herab in Schnee über. Nach 9 bis 14 Grad am Freitag sind es am Samstag „nur noch“ 4 bis 10 Grad.
Derweil frischt der Wind in weiten Teilen Deutschlands wieder mächtig auf und erreicht besonders an der Nordsee in den Abendstunden Sturmstärke. Ein neues Tief kommt, DAS Tief! Ähnlich wie der erste Advent wird der zweite Advent sehr windig, im Norden und auf den Bergen auch stürmisch. Dazu überquert uns, auch ähnlich wie am ersten Advent, eine Kaltfront. Das ist allerdings nicht so eine dusselige Schlabberfront, sondern eine richtig satte Regenfront, eine Kaltfront, hinter der von der See her Schauer und Graupelgewitter folgen. Vollwetter! Die Temperaturen ändern sich im Vergleich zum Samstag wenig.
Der Beginn der zweiten Adventswoche steht ganz im Zeichen eines umfangreichen Tiefdruck-Systems über Nordeuropa. Grundsätzlich zeigen die Modelle eine windige und nasse Witterungsphase, bei der wiederholte Wolkenfronten mit Regen und zwischendurch auch Schnee in den Bergen über uns rauschen. Der aktuelle Lauf des europäischen ECMWF-Modells ist da eher mild geprägt, das amerikanische GFS, das kanadische GEM und das australische BOM fahren eher eine nass-kalte Schiene mit Schnee bis ins höhere Flachland, in etwa genauso wie gestern beschrieben.
Zwei Dinge tauchen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht auf: 1. Flachlandwinter und 2. ruhiges Hochdruckwetter. Die Wetterlage der kommenden Woche ist vielleicht gar nicht mal so schlecht. Sie versorgt die Natur endlich mit Regen. Sie wäscht mal so richtig den ganzen Dreck weg, auch aus der Luft. Die Wassermengen werden moderat und gut verteilt ausfallen, so dass kein Hochwasser droht. Die Berge, speziell die Alpen, bekommen ihren lang ersehnten Schnee!
Schaut man über den Tellerrand der seriösen Wetterprognose hinaus, so gibt es 3 grobe Varianten: Hochdruck, kühles bis kaltes Frühwinterwetter mit ersten Schneefällen bis ins Flachland und – und das ist derzeit der wohl größte Trend – eine milde West- bis Südwestlage, die die Wahrscheinlichkeit eines kalten Flachlandwinters dahinraffen lassen würde. Dazu aber zu gegebener Zeit mehr.
Fazit: Die hochdruckdominierte Ruhe ist vorbei und sie kehrt auch bis weit in die nächste Woche hinein nicht zurück. Stattdessen wechseln sich sehr milde Südwestlagen mit nass-kalten West- bis Nordwestlagen ab. Wind und Regen kommen ins adventliche Spiel. Und vielleicht sehen wir den Nikolaus im Friesennerz mit Gummistiefeln. Aber wie heißt es doch in einer Bauernregel? Regnets an St. Nikolaus, wird der Winter streng und graus…
Quelle: Wetter.com
Nehmen wir diese Bauernregel auch noch ins Boot, dann passt es zu Hubertus seinem Ausblick und auch der Bauernweisheiten, was die Nebellage x+90 besagt.
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