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Neuer begriff für mich

    • Natur
  • *Midnight*
  • 10. August 2005 um 21:52
1. offizieller Beitrag
  • *Midnight*
    Gast
    • 10. August 2005 um 21:52
    • #1

    "Derecho"

    Weis jemand was das ist?????

    Im schwarzwald wurde am 29.07.05 eine reihe von Tornados vermutet weil extremste schäden entstanden sind.
    Jetzt hat sich herausgestellt das es ein sogenannter derecho war.
    Soweit ich bis jetzt weis, ist es eine Art mächtiger sturm der selbst in den USA sehr selten vor kommt. Er soll entstehen wenn mehrere Superzellen Kollidieren bzw. sich vereinigen.
    Und ich kann mir echt gut vorstellen was abgeht, wenn sich mehre sorten der stärksten unwetter vereinigen!!!!
    Bin noch dabei Infos zu sammeln.
    Das verwunderliche ist das ich bis jetzt nirgends etwas darüber gefunden habe. Hab aber jetzt jemanden gefunden der sich damit auskennt. Ich frage nur nach einer erlaubnis seine Unterlagen hier verwenden zu dürfen.

    Links und Infos folgen in kürze.

  • *Midnight*
    Gast
    • 10. August 2005 um 22:10
    • #2

    Hab soeben die erlaubnis erhalten und werde nun beginnen ein paar fakten u.a. vor zu legen.
    Als erstes schadensmeldungen.

    Bilder 00

    Bilder von Bernd.maerz

    Und nun noch die erklärung.

    Kopie der E-Mail von Johannes Dahl

    Hi,

    Derecho (span. "gerade aus", gesprochen "day-RAY-cho") wurde das erste mal
    in dem späten 19. Jahrhundert von Hinrichs benutzt, um einen großräumigen,
    aber durch Konvektion verursacheten, schweren Sturm zu beschreiben (als
    Pendant zum Tornado (span. rotierend)). R. Johns vom SPC hat diesen Begriff
    in den 80ern wiederbelebt ... am besten einfach auf seiner Seite über
    Derechos schauen:

    Link den ich von ihm bekommen habe (leider auf Englisch)

    Primär sind also nicht die Schwere der Sturmschäden bei der
    Derecho-Definition relevant, sondern v.a. die Dauer und Ausbreitung.

    Grüße,

    johannes

    und nun noch eine weitere beschreibung.

    Das großräumigste Extremwindereignis bei Gewittern stellt das Derecho dar. Der Begriff ist dem Spanischen entlehnt (derecho = geradeaus) und wurde 1888 von Gustavus Hinrichs in den USA geprägt, um eine Unterscheidung zu den Tornados (span. tornado = gedreht) zu treffen. Das Derecho bezeichnet eine extrem lang ausgedehnte Zone mit schadenbringenden, geradlinigen Gewitterwinden, die z.B. durch eine Abfolge von Bogen-Echos innerhalb einer langlebigen Gewitterlinie entstehen kann. Aber auch im Zusammenhang mit Derechos kann es örtlich zur Bildung von Tornados kommen.

    Johns und Hirt (1987) machten den Begriff des Derecho wieder in der meteorologischen Fachwelt bekannt, und definierten ein Derecho durch:

    Ein zusammenhängendes Gebiet konvektiv bedingter Windschäden oder Böen über 26 m/s (50 kt). Die Hauptachse dieses Gebietes muss mindestens 400 km lang sein.
    Die Schaden- oder Böenmeldungen dürfen nicht zufällig verteilt sein, sondern müssen ein Muster zeitlichen Voranschreitens erkennen lassen, entweder innerhalb einer einzigen Schadenschneise (progressiv) oder in einer Reihe solcher Schneisen (seriell).
    Innerhalb des Gebiets müssen mindestens drei Meldungen von entweder F1 Schäden oder konvektiv erzeugten Böen von mindestens 33 m/s (65 kt) vorliegen, die mindestens 64 km voneinander entfernt sind.
    Es dürfen nicht mehr als drei Stunden zwischen aufeinander folgenden Schaden- oder Böenereignissen liegen.

    In Europa ist der Begriff des Derecho noch relativ ungebräuchlich. Früher wurden solche Ereignisse vorwiegend als "ausgedehnte Sturmschäden an einer Gewitterfront" (o.ä) bezeichnet. Das Ereignis, das am 10. Juli 2002 Berlin getroffen hat, wurde von Gatzen (2003) (in ) als Derecho klassifiziert. Auch die CLEOPATRA-Gewitterfront von 21. Juli 1992 in Süddeutschland könnte die obigen Bedingungen für ein Derecho erfüllt haben.

    Quelle:

    Ich hoffe das ist auch für euch aufschlussreich, falls euch das interessiert.

    Gruß Micha

  • DH5DY
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    • 10. August 2005 um 22:23
    • #3

    ..wieder was gelernt :]

    Vielen Dank


    Gruss Rainer

    Rainer Klein, Netphen Dreis-Tiefenbach

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  • Volker Afflerbach
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    • 10. August 2005 um 22:26
    • #4

    cooler bericht micha,hat man auch selten das ein wetterkollege seine sachen der algemeinheit zur verfühgung stellt.ist eine tolle bereicherung fürs board.

    Wetterstation Bremen Blumenthal mit Vantage Pro2 Aktiv 24std Belüftung Regenmesserheizung,Blattfeuchte und Bodenmessfeld
    Betreiber Volker Afflerbach
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  • *djpatrick*
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    • 10. August 2005 um 22:47
    • Offizieller Beitrag
    • #5

    ...und eine Beschreibung im Glossar ist auch gleich dazugekommen. ;)

    Gruß

    Patrick

  • Walter
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    • 18. Februar 2006 um 19:08
    • #6

    Der Begriff ist auch neu für mich.

    Diese Bilder erinnern mich an 1990 wo der Sturm Wiebke bei uns eine Verwüstung sondergleichen anstellte. Genau die gleichen Bilder mit Windbruch und Windfall.
    Damals muß es auch einen Wirbelsturm gegeben haben, den es gab eine Schneise 1km lang und ungefähr 400m breit. Sie war auch nicht gerade sondern machte mehrmals einen Bogen. Dann wieder ganze Löcher , als hätte man von Oben einen riesigen Elefantenfuß fallen gelassen und um dieses Loch kein einziger Baum der umlag.
    Die Bäume lagen nicht in einer Richtung sondern Stellenweise kreuz und quer, oder wie im Kreis angeordnet, also keine einheitliche Richtung. Man konnte also deutlich sehen das da ein Wirbelsturm zugange war.

    Bilder die ich von damals habe sind leider eingeklebt.

    Damals wurden in unserem Revier 1000 Ha groß ungefähr 20 000 Fm Holz von Wiebke umgelegt. Im Forstamt, 7 Reviere waren es 200 000 Fm Holz.


    Gruß
    Walter

    Gruß
    Walter
    :)
    An manchen Tagen geht alles schief, aber dafür klappt an anderen gar nichts. Verfasser unbekannt

    Wenn due eine Blume magst pflückst du sie,

    Wenn du eine Blume Liebst

    gibst du ihr Wasser und geniest ihre Gegenwart

    Wer das versteht , versteht das Leben.

    {buddistische Weisheit]

    http://www.schwalmtalwetter.de

  • NOB57
    Gast
    • 18. Februar 2006 um 19:31
    • #7

    Stimmt Walter Tornados oder etwas ähnliches sind in solchen Fällen nicht auszuschließen. Da dagegen Stürme wie Orkantiefs weite Flächen verwüsten. Tornados oder einige Arten von Gewitterwinden können da noch größere Zerstörungen anrichten.

    Gruss Marco

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