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Großes Zittern an der Sonnenküste

  • donharry
  • 4. Februar 2005 um 20:25
1. offizieller Beitrag
  • donharry
    Gast
    • 4. Februar 2005 um 20:25
    • #1

    Kältewelle erreichte vergangene Woche auch die Costa del Sol – Schnee am Strand von Motril


    In der hoch gelegenen Bilderbuchstadt Ronda wurde es vergangene Woche mit bis zu minus acht Grad besonders kalt. Kinder erfreuten sich an den Eisplatten am Brunnen der Plaza del Socorro.

    Die Kältewelle, die sich in der vergangenen Woche flächendeckend auf der Iberischen Halbinsel und den Balearen ausgebreitet hatte, machte auch vor der Costa del Sol nicht Halt. Beim Gang vor die Haustür wurden die Küstenbewohner vor allem am Donnerstag von eisigen Temperaturen überrascht. In dem kleinen Örtchen Ojén wurden am frühen Morgen minus zwei Grad gemessen. Und auch im acht Kilometer entfernten Marbella zeigte die Temperaturanzeige nur zwischen zwei und null Grad.

    Noch weißer als sonst präsentierte sich der Strand von Motril – sehr zur Freude von Einheimischen und Urlaubern
    Überraschender Kältesturz für Malagueños
    Nicht viel anders sah es in der Provinzhauptstadt Málaga aus. Lange Zeit war es dort nicht mehr so bitterkalt gewesen. Gut 20 Jahre ist es her, dass die Meteorologen einmal minus 2,6 Grad gemessen haben – eingetragen am 16. Januar 1985. Der Rekord wurde zwar nicht eingestellt, dennoch empfanden die Malagueños den Temperatursturz als besonders unangenehm, weil am Wochenende zuvor sonniges und warmes Strandwetter angesagt war.
    Ein ungewohnter Anblick bot sich den Bewohnern von Motril. Der Strand war mit einer leichten Schneedecke überzogen, ein Phänomen, das zuletzt im Jahr 1983 zu bestaunen war. Auch in der Provinz Almería war die Freude über das ungewöhnliche Weiß groß. So wurden Schneeflocken in Adra und El Ejido gesichtet.
    In Antequera und in der Bergstadt Ronda wurde bei minus acht Grad so heftig geschlottert wie schon lange nicht mehr. Der Brunnen an der zentralen Plaza del Socorro präsentierte sich mit bizarren Eisformationen.

    Straßen für Autofahrer wegen Eisglätte gesperrt
    Wenig Freude an der klimatischen Ausnahmesituation hatten die Autofahrer. So konnte die Verbindungsstraße zwischen Ronda und San Pedro Alcántara zeitweise nur mit Schneeketten befahren werden und musste am Sonntagabend wegen erneuten Schneefalls oberhalb von 1.100 Metern zwischen El Madroño und Rincón Taurino gesperrt werden. Mehrmals mussten die Streufahrzeuge ausrücken, um die stark frequentierte Straße wieder befahrbar zu machen.
    Auch Prominente blieben im Schnee stecken. Marbellas Ex-Bürgermeister Julián Muñoz und seine Lebensgefährtin, die Sängerin Isabel Pantoja, verbrachten die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag vergangener Woche in ihrem Wagen auf dem Parkplatz der Raststätte El Oasis zwischen Granada und Málaga.
    Probleme ganz anderer Art hatten die Mitarbeiter der städtischen Wasserversorgung in Antequera. An mehreren Stellen musste das Wasser abgedreht werden, da die Leitungen wegen der anhaltenden Minusgrade geplatzt waren. Auch kam es in einigen Stadtteilen zu Stromausfällen.


    Auch in Marbella musste man sich warm einpacken, um für die Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt gewappnet zu sein
    Rekord-Stromverbrauch in der Provinz Málaga
    Die Nutzung von Heizgeräten ließ den Stromverbrauch in der Provinz Málaga auf Rekordhöhen schnellen. Schon am 26. Januar registrierte Stromversorger Sevillana-Endesa einen Verbrauch von 1.206 Megawatt, ein Wert der tags darauf mit 1.350 Megawatt nochmals übertroffen werden sollte. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren wurden am Tag mit dem höchsten Stromverbrauch gerade einmal 790 Megawatt gemessen. Obwohl es durch die hohe Belastung des Stromnetzes in Rincón de la Victoria, Fuengirola, Mijas und einigen Teilen Málagas zu Stromausfällen gekommen war, betonte Sevillana-Endesa „alles im Griff zu haben“. Nach Angaben des Unternehmens gebe es immer noch Kapazitäten nach oben. Der Ausbau des Netzes werde weiter vorangetrieben.

    Keine Melilla-Flüge und Probleme im Zugverkehr
    Auch der Flugverkehr nach Melilla, der spanischen Exklave in Marokko, musste am 27. Januar vorübergehend eingestellt werden. Schneefälle in den Morgenstunden sorgten für die Streichung gleich mehrerer Flüge nach Málaga.
    Auf der Zugstrecke zwischen Madrid und der Provinzhauptstadt kam es wegen technischer Probleme, bedingt durch die niedrigen Temperaturen, ebenfalls zu Ausfällen und Verzögerungen. Teilweise mussten die Passagiere mit Bussen zu ihrem Zielort gebracht werden. Wie ein Sprecher der Zuggesellschaft Renfe mitteilte, herrschte an den folgenden Tagen auf den betroffenen Strecken wieder normaler Betrieb. Anfang der Woche hob denn auch das Meteorologische Institut die Wetterwarnungen für Andalusien auf.

    Verluste für die Landwirtschaft
    Schlimm sind die Folgen der Kältewelle für die andalusischen Bauern. So beziffert die Landwirtschaftsvereinigung Asaja die Ernteschäden in Málaga auf 110 Millionen Euro. Stark betroffen sind die Anbaugebiete der Axarquía, des Guadalhorce-Tals und der Costa Tropical. Angesichts der Ernteschäden hofft die Vereinigung jetzt auf Unterstützung und Entschädigung von staatlicher Seite.

    Einmal editiert, zuletzt von donharry (4. Februar 2005 um 20:39)

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    • 4. Februar 2005 um 20:32
    • Offizieller Beitrag
    • #2

    Was Normaltemperaturen des Winters, hier in Deutschland gesehen, dort für Schaden anrichten können. :(
    Man ist dort für sowas nicht vorbereitet. Man sollte sowas, wie die geplatzten Rohre, für die Zukunft mit einkalkulieren, da die Extreme immer mehr werden und wir eh (auch wenn in ferner Zukunft) auf eine Eiszeit zusteuern.

    Gruß

    Patrick

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